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<title>Erich Feldmann</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Erich Feldmann</span></h1>
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<p><b>Erich Feldmann</b> (* <a href="9._Mai" title="9. Mai">9. Mai</a> <a href="1929" title="1929">1929</a> in <a href="Bamenohl" title="Bamenohl">Bamenohl</a> im Sauerland; † <a href="27._Dezember" title="27. Dezember">27. Dezember</a> <a href="1998" title="1998">1998</a> in <a href="M%C3%BCnster" title="Münster">Münster</a>) war ein deutscher römisch-katholischer <a href="Priester_(Christentum)" title="Priester (Christentum)">Priester</a>, <a href="Kirchenhistoriker" title="Kirchenhistoriker">Kirchenhistoriker</a> und <a href="Augustinus_von_Hippo" title="Augustinus von Hippo">Augustinusforscher</a>. Er wirkte unter anderem als Professor für Katholische Theologie in Münster.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Erich Feldmann wurde als zweites von vier Kindern des Bauunternehmers Anton Feldmann und seiner Ehefrau Maria Feldmann, geborenen Scheele, geboren. Von 1935 bis 1940 besuchte er die katholische Volksschule seines Heimatortes Bamenohl und von 1940 bis 1945 die Oberschule für Jungen (heute <a href="Rivius-Gymnasium" title="Rivius-Gymnasium">Rivius-Gymnasium</a>) in <a href="Attendorn" title="Attendorn">Attendorn</a>. Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung und einer zweijährigen Lehre als <a href="Elektroniker_f%C3%BCr_Maschinen_und_Antriebstechnik" title="Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik">Elektromaschinenbauer</a> besuchte er ab 1947 wieder die Oberschule in Attendorn, die er 1951 mit dem <a href="Abitur" title="Abitur">Abitur</a> verließ.
</p><p>Von 1951 bis 1957 studierte er <a href="Katholische_Theologie" title="Katholische Theologie">Katholische Theologie</a> in <a href="Paderborn" title="Paderborn">Paderborn</a> mit Aufenthalt in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>, wo er zusätzlich <a href="Geschichtswissenschaft" title="Geschichtswissenschaft">Geschichte</a> studierte. Die 1955 in Paderborn prämierte Preisarbeit über <i>Die <a href="Hermeneutik" title="Hermeneutik">hermeneutischen</a> Grundsätze des hl. Augustinus in seinen Schriften „De doctrina christiana“, „Confessiones und de Genesi ad literam“</i> zeigt, dass er sich schon früh mit <a href="Augustinus_von_Hippo" title="Augustinus von Hippo">Augustinus</a> beschäftigte.
</p><p>Nach der Priesterweihe am 5. Juni 1957 im <a href="Paderborner_Dom" title="Paderborner Dom">Hohen Dom</a> zu <a href="Paderborn" title="Paderborn">Paderborn</a> durch den Erzbischof <a href="Lorenz_Jaeger" title="Lorenz Jaeger">Lorenz Jaeger</a> feierte er am 10. Juni 1957 seine <a href="Primiz" title="Primiz">Primiz</a> in der Heimatpfarrei <a href="St._Joseph_(Bamenohl)" title="St. Joseph (Bamenohl)">St. Joseph Bamenohl</a>. Daran schloss sich ein zweijähriges <a href="Vikar" title="Vikar">Vikariat</a> in der Pfarrei St. Georg, Paderborn, an. Von 1960 bis 1966 war er am Neusprachlichen Gymnasium <a href="Hamm" title="Hamm">Hamm</a> als Religionslehrer und Studien-Assessor tätig. Daneben setzte er sein Studium in Münster und <a href="K%C3%B6ln" title="Köln">Köln</a> fort, wo er 1962 in Katholischer Theologie und Geschichte das <a href="Staatsexamen" title="Staatsexamen">Staatsexamen</a> ablegte.
</p><p>Mit Abordnung an die Katholisch-Theologische Fakultät der <a href="Westf%C3%A4lische_Wilhelms-Universit%C3%A4t_M%C3%BCnster" class="mw-redirect" title="Westfälische Wilhelms-Universität Münster">Westfälischen Wilhelms-Universität Münster</a> nahm er im April 1966 eine breite Lehrtätigkeit zunächst im Rahmen der Lehrerausbildung auf. Am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte, <a href="Christliche_Arch%C3%A4ologie" title="Christliche Archäologie">Christliche Archäologie</a> und <a href="Patristik" title="Patristik">Patristik</a> verfasste er bei <a href="Bernhard_K%C3%B6tting" title="Bernhard Kötting">Bernhard Kötting</a> seine Dissertation <i>Der Einfluss des Hortensius und des Manichäismus auf das Denken des jungen Augustinus von 373</i>. Am 13. Februar 1976 wurde er zum <a href="Dr._theol." class="mw-redirect" title="Dr. theol.">Dr. theol.</a> promoviert. Zwischenzeitlich hatte ihn 1975 ein Archivstudium für ein Jahr nach Rom geführt.
</p><p>Am 4. Februar 1982 <a href="Habilitation" title="Habilitation">habilitierte</a> er sich in Münster mit einer Arbeit über den <a href="Erster_Clemensbrief" title="Erster Clemensbrief">ersten Clemensbrief</a>.
</p><p>Bis zu seiner <a href="Emeritierung" title="Emeritierung">Emeritierung</a> 1990 in der dortigen katholisch-theologischen Fakultät lehrte er als Professor für Alte Kirchengeschichte mit dem Schwerpunkt des lateinischen Westens. Feldmann galt als glänzender Redner, der seine wissenschaftlichen Einsichten auch didaktisch gut vermitteln konnte. Neben seiner universitären Tätigkeit engagierte sich Feldmann weiter als <a href="Seelsorger" title="Seelsorger">Seelsorger</a>, hielt zahlreiche Vorträge und war Mitautor vieler Festschriften.
</p><p>Er starb am 27. Dezember 1998 in Münster und wurde am 31. Dezember des gleichen Jahres auf dem katholischen Friedhof Bamenohl beerdigt. Zu den <a href="Exequien" class="mw-redirect" title="Exequien">Exequien</a> hielt <a href="Cornelius_Mayer" class="mw-redirect" title="Cornelius Mayer">Cornelius Mayer</a> OSA, Hauptherausgeber des Augustinus-Lexikons, die Predigt.
</p><p>Feldmann war zeit seines Lebens sehr eng mit seinem Heimatort Bamenohl verbunden. Sein Nachlass enthielt ein umfangreiches Archiv zur Heimatgeschichte, das sich nun als <a href="Depositum_(Archivwesen)" title="Depositum (Archivwesen)">Depositum</a> im Archiv der Gemeinde <a href="Finnentrop" title="Finnentrop">Finnentrop</a> befindet. Die Gemeinde Finnentrop benannte eine Straße im Ortskern von Bamenohl nach ihm.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Forschung">Forschung</h2></div>
<p>Im Mittelpunkt der Forschungen Feldmanns stand Augustinus von Hippo. Insbesondere befasste er sich mit dem intellektuellen Werdegang des jungen Augustinus. Er machte einsichtig, warum sich der Student Augustinus nach der Lektüre des Dialogs <i><a href="Hortensius_(Cicero)" title="Hortensius (Cicero)">Hortensius</a></i>, einer Werbeschrift <a href="Cicero" class="mw-redirect" title="Cicero">Ciceros</a> für die Philosophie, gerade den <a href="Manich%C3%A4er" class="mw-redirect" title="Manichäer">Manichäern</a> zuwandte. Indem er den Argumentationsgang der nur noch fragmentarisch überlieferten Schrift Ciceros rekonstruierte und die Verkündigung des nordafrikanischen Manichäismus aufarbeitete, konnte Feldmann zeigen, dass Augustinus im Manichäismus die Verbindung von christlichem Denken, in dem er es als Kind aufgewachsen war, und philosophischem Erkenntnisideal zu finden hoffte und sich deshalb mit voller Überzeugung dieser christlich-gnostischen Religion anschloss.
Feldmann verdeutlichte auch den anschließenden Prozess der (Wieder-)Annäherung Augustins an die katholische Kirche bis hin zur „Bekehrung“ und Taufe in Mailand. Diese Erkenntnisse basieren wesentlich auf einer intensiven Auseinandersetzung mit Augustins <a href="Confessiones" title="Confessiones">Confessiones</a> („Bekenntnisse“).
Feldmann wandte sich gegen die verbreitete Einordnung der Confessiones unter die autobiographische Literatur. Stattdessen deutete er sie als einen christlichen <a href="Protreptik" title="Protreptik">Protreptikos</a>. In ihnen reflektiert Augustinus im Gespräch mit Gott sein bisheriges Leben, bestimmt seinen gegenwärtigen Zustand und legt in der Interpretation der Schöpfungserzählungen Rechenschaft über die bisher erreichte Gotteserkenntnis ab. Damit will Augustinus den Leser ebenfalls zu diesem Gott führen. So leistete Feldmann einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Frage nach der Gattung der Confessiones und zum Verständnis ihrer Einheit.
</p><p>Er gehörte 1976 zu den Initiatoren des Augustinus-Lexikons, war einer der Mitherausgeber und verfasste mehrere Artikel, darunter auch den umfangreichen Artikel „Confessiones“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vorträge"><span id="Vortr.C3.A4ge"></span>Vorträge</h2></div>
<p>Feldmann hielt zahlreiche Vorträge und beteiligte sich an internationalen Kongressen, so z. B.:
</p>
<ul><li>1983 Oxford, 9. International Conference on Patristic Studies</li>
<li>1986 Rom, Congresso Internationale su S. Agostino nel XVI centenario della conversione</li>
<li>1987 Gießen, Internationales Symposion über den Stand der Augustinus-Forschung</li>
<li>1991 Leuven, II. Internationales Symposium zum Manichäismus („The Manichaean NOYI“)</li>
<li>1993 Hongkong, Kongress zum Manichäismus</li>
<li>1997 Berlin, IV. Internationaler Kongress zum Manichäismus („Studia Manichaica“)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Veröffentlichungen_(Auswahl)"><span id="Ver.C3.B6ffentlichungen_.28Auswahl.29"></span>Veröffentlichungen (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Der Einfluß des Hortensius und des Manichäismus auf das Denken des jungen Augustinus von 373.</i> Dissertation 1975.</li>
<li>als Hrsg. mit anderen: <i>Augustinus-Lexikon.</i></li>
<li><i>Christus-Frömmigkeit der Mani-Jünger. Der suchende Augustinus in ihrem Netz.</i> In: <i>Pietas.</i> 1980.</li>
<li><i>Christenverfolgung im römischen Reich.</i> In: <i>rhs.</i> 26, 1983.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Andreas Hoffmann: <i>Feldmann, Erich.</i> In: <i><a href="Biographisch-Bibliographisches_Kirchenlexikon" title="Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon">Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon</a></i> (BBKL). Band 30, Bautz, Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6, Sp. 379–382. (mit Schriftenverzeichnis) <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110207154447/http://www.bautz.de/bbkl/f/feldmann_e.shtml">web.archive.org</a></li></ul>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/136050441">136050441</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n86026930">n86026930</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/2834869/">2834869</a></span> | </div>
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